Behind the scenes: Mo

In loser Folge stellen wir euch die Leute vor, die Uberspace für euch machen. Heute: Mo, der eigentlich Moritz heißt, aber nicht mit dem anderen Moritz im Team zu verwechseln ist. Mo kritzelt aufregende Grafiken auf seinem Tablet und sorgt dafür, dass Uberspace nicht nur praktisch ist, sondern auch immer schöner aussieht. Jonas hat ihn interviewt.

Wo treibst du dich denn gerade herum, Mo?

Ich bin seit ein paar Tagen in Vietnam. Aus Saigon bin ich direkt auf die eher ruhige Insel Côn Đảo geflüchtet. Abschalten werde ich aber erst in der zweiten Hälfte meiner Reise. Ich habe mir Arbeit mitgenommen und bin dafür etwas länger unterwegs. Dass das so funktioniert genieße ich total!

Woran arbeitest du denn im Moment hauptsächlich?

Wir wollen dieses Jahr noch eine erste Version unserer neuen Website online haben. Als neuer und einziger Designer im Team füllt das meinen Tag gerade gut aus.

Das kann ich mir gut vorstellen. Ein Einstieg in ein neues Unternehmen ist ja meistens erstmal mit einer mehr oder weniger steilen Lernkurve verbunden. Was sind für dich gerade die größten Herausforderungen?

Ich habe viele Verständnisfragen zur Technik und muss mich in den ein oder anderen ausgefeilten Prozess reindenken, da habe ich noch viel zu lernen. Darüber bin ich aber sehr froh, wäre langweilig, nichts dazuzulernen! Zum Glück sehen alle meine Kolleginnen und Kollegen das auch so!

Umgekehrt haben unsere Entwickler wohl auch nie zuvor mit einem Designer so sehr "Hand in Hand" gearbeitet, wie es jetzt mit dir der Fall ist. Kannst du ein Beispiel für einen solchen Prozess nennen? Oder anders gefragt - was tut ein Designer eigentlich konkret?

Ich habe dabei an organisatorische Prozesse gedacht, die uns dabei helfen, effektiv zu sein. Viele davon sind für mich noch neu. Als Interface-Designer ist es meine Aufgabe, Benutzerschnittstellen so zu gestalten, dass User sie verstehen und im Idealfall Spaß an der Nutzung haben. Da ich bei uns der einzige Designer bin, fallen daneben aber auch noch viele andere Aufgaben an. Diese reichen dann von Grafik bis Marketing.

Wie muss ich mir das vorstellen - sitzt du dann vor der sagenumwobenen Serviette und kritzelst dort Entwürfe drauf?

Wenn gerade kein Gerät zur Hand wäre, würde ich das so machen, ja. Aber ich ziehe die Vorteile des digitalen Arbeitsbereichs dann doch vor. Skizzen mache ich lieber auf meinem Tablet, alles weitere dann am Liebsten mit einer genialen Software namens Sketch. Diese hat im Bereich UI Design vieles leichter gemacht, so dass man nicht mehr Software dafür zweckentfremden muss, die eigentlich für Fotobearbeitung oder Vektorgrafiken gedacht ist.

Zum Beispiel?

Es hat wirklich lange gedauert, bis es - für diesen doch nicht mehr soooo jungen - Beruf spezielle Software gab. Mit Sketch arbeitet der Designer viel näher am Entwickler. Es lassen sich Elemente wie zum Beispiel Buttons anlegen, die sich zentral anpassen lassen, so dass nicht jede Instanz einzeln geändert werden muss. Außerdem sind die Gestaltungsmöglichkeiten auf diejenigen beschränkt, die sich mit Code einfach umsetzen lassen. CSS und Spezifikationen kann man einfach exportieren. Außerdem gibt es sehr übersichtliche Möglichkeiten viele Screendesigns zu organisieren. Was die App nicht kann, ist über PlugIns möglich. Wir sind zum Beispiel gerade alle sehr begeistert von Zeplin.

Was macht dieses Zeplin dann wiederum? Für mich ist das alles Neul... Entschuldigung: Noch nicht durchschrittenes Terrain.

Das kannst du mit Zeplin ganz bequem überfliegen. Es ist für den Austausch von Sketch Designs im Team entwickelt. Es ist durchaus auch für größere Designteams geeignet, hat für uns aber gerade Stärken bei meiner Übergabe an unsere Entwickler. Ich kann mit zwei Klicks Änderungen im Design pushen und als Entwickler kann man sich die Screens in einer Webapp anschauen, Spezifikationen wie Paddings, Fontstyles und alles weitere ablesen und CSS exportieren. Auch Assets können bequem als SVG gespeichert werden. Das macht vieles um Längen effektiver. Ich habe in der Vergangenheit mal an einem großen Projekt gearbeitet, bei dem wir mit genau solchen Übergaben fast ein Jahr lang zu zweit zu tun hatten.

Das klingt tatsächlich nach Fortschritt. Was fehlt dir da noch zu deinem Designerglück?

Perfekt ist das alles auch noch nicht, es gibt einige Bugs und es mangelt an Abwärtskompatiblität.

Gehen wir mal etwas von Sketch und Zeplin weg: Wenn du dir einige Wochen Zeit nehmen könntest, um etwas für dich Neues zu lernen: Was für ein Thema käme dir da so in den Sinn?

Ich würde gerne meine sehr bescheidenen Grundkenntnisse in HTML und CSS entstauben um zukünftig am Frontend helfen zu können. Privat lerne ich gerade Yoga und Meditation. Die Zeit dafür nehme ich mir auch neben der Arbeit wöchentlich.

Das klingt gut. Wie sieht denn überhaupt so ein prototypischer Arbeitstag für dich aus - und ist er auf Côn Đảo im Grunde genauso, nur bei besserem Wetter?

Mein Arbeitstag besteht grundlegend aus zwei halben Stellen, Uberspace nimmt dabei in der Regel den Nachmittag ein. Nach Côn Đảo habe ich nur eine halbe Stelle Arbeit mitgenommen und in den letzten Tagen eher morgens gearbeitet, weil ich wegen des Jetlags immer schon sehr früh wach gewesen bin. Das gibt sich nun aber langsam und da es heute ein paar Termine, wie zum Beispiel unser Interview, und natürlich die Sache mit der Zeitverschiebung gibt, bin ich heute am Abend am Rechner. Also wie es eben so passt. Diese Flexibilität ist mindestens genauso herrlich wie das bessere Wetter!

Du arbeitest ja parallel noch anderswo und hast auch früher schon als Freelancer für andere Unternehmen gearbeitet. Was sind für dich so die deutlichsten Unterschiede zu deiner Arbeit für bzw. bei uns, von der zeitlichen und räumlichen Flexibilität mal abgesehen?

Bei Uberspace gibt es eine auffallend hohe Zufriedenheit und Motivation unter den Kolleginnen und Kollegen. Auffallend hoch in dem Sinne, als dass diese bei meinen bisherigen Jobs größtenteils auch sehr gut gewesen sind. Die Unternehmensphilosophie und das hohe Maß an Idealismus bei Uberspace sind für mich aber etwas ganz Besonderes, was ohne Frage das gewisse Etwas ausmacht.

Wenn du nicht hinter einem Laptop sitzt: Wo hat man die größten Chancen, dich zufällig mal anzutreffen?

Im Sommer ist das mein Garten, im Winter am wärmeren Ende der Welt in einem guten Restaurant.

Einige User kennen dich schon von unserem Usertreffen, wo du den Abend über für gute Musik gesorgt hast. Ein Steckenpferd von dir?

Das hat Spaß gemacht! Ein Steckenpferd, das nicht mehr allzu oft ausgeritten wird. Eine Zeit lang war ich als DJ deutlich aktiver und habe den Sommer eher auf Festivals verbracht.

Gibt's da sowas wie "deine" Musikrichtung?

Nicht wirklich, ich mag es langsam und groovend. Mein Setup ist - natürlich - digital, etwas nerdig und bietet sehr viele Möglichkeiten Musik mit vier Decks, Filtern und Effekten zu etwas Neuem zusammenzufügen. Ich benutze Minimal Techno Beats und mische die mit allem, was mich selbst gerade so bewegt. Heraus kommt dann meist etwas, was sich tanzen lässt, aber auch entspannt unterhält. Habe bei Soundcloud viele Mixes online, wen das näher interessiert, bitte hier entlang: https://soundcloud.com/mofiveseven

Okay, letzte Frage: Welche Frage sollte ich dir noch unbedingt stellen, damit du noch etwas loswerden kannst, was dir wichtig ist?

Ich kann gerade meine Checkliste loszuwerdender Dinge nicht finden - muss auf irgendeiner Serviette gelandet sein. Das Einzige was mir ohne diese noch im Sinn ist, ist ein großes, dickes DANKE an unsere User, die unser Produkt zu dem machen, was es ist. Das ist auch etwas, was für mich als Interface Designer etwas ganz Besonderes ist!

Haha, super. Danke dir! :-)

Behind the scenes: Mo
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