Reisebericht: Velocity Conf Amsterdam

Daniel und Mic haben bereits in der vorletzten Woche Amsterdam besucht, um an der Velocity Conference teilzunehmen. Der Verlag O’Reilly organisiert an mehreren Orten auf der Welt regelmäßig dieses Event, bei dem es um Web Performance und DevOps geht. Thematisch war das für uns super interessant und es gab viele erfrischende Eindrücke.

Amsterdam ist eine großartige Stadt gerade für Geeks wie uns, die Straßenverkehr und Infrastruktur besonders interessant finden. Es ist ein tolles Gefühl, durch die Straßen zu gehen und Myriaden von Fahrrädern zu begegnen. Das Fahrrad-Netz in Amsterdam stellt eine mit bedacht entwickelte Verkehrslösung dar und vermag uns ebenso begeistern, wie es das Metro-Netz in Tokyo vor ein paar Monaten konnte.

Drei Tage hach

Am Mittwoch gab es Tutorial-Sessions, bei denen wir die Monitoring-Applikation Prometheus live von den Entwicklern vorgestellt und zum mitbasteln ausführlich erklärt bekommen haben. Die beiden Menschen von der Firma Soundcloud haben mit einem Team von Entwicklern eine beachtliche Software geschrieben, die nach dem Vorbild des Google-internen Borgmon funktionieren soll. In Go geschrieben und in mehreren Komponenten läuft das System sehr flott und scheint gut skalierbar; dabei ist es relativ leicht zu installieren. Wir werden Prometheus noch genauer begutachten als eine zukünftig mögliche Alternative für Icinga.

Die beiden anderen Tage wurden reich mit Vorträgen gefüllt. Vormittags gab es auf der Bühne vor den versammelten Besuchern die Keynotes und danach ging es in kleineren, leider zumeist überfüllten Räumen weiter. Offenbar haben die Organisatoren nicht mit dem Ansturm an Besuchern gerechnet, die in das Kongresszentrum kamen. Wir empfanden die Kollegen aus ganz Europa übrigens fast alle als angenehm und sympathisch. Da macht es Freude, außerhalb der Sessions beim Kaffee zu plaudern.

Inhaltlich ging es rund um DevOps: die Tools, die Workflows, die Kultur. Die engagierten Speaker haben recht freigiebig aus ihrer Erfahrung gesprochen und zeigten damit bereits einen der wichtigsten kulturellen Aspekte auf: die Offenheit, Erfahrungen zu berichten ohne Angst vor Anschuldigung: “No Blame” nennt sich diese Wertstellung, die wir auch bei Uberspace hoch halten. Bei aller gefühlten Nähe erfuhren wir jedoch auch wichtige andere Aspekte, die uns bisher zumindest nicht deutlich im Bewusstsein waren.

Was zählt

User first! Die Bedürfnisse der User definieren die Anforderungen an die Technik, nicht umgekehrt. Was bringt uns ein vollständiges Monitoring der Maschinen? Fehlt da nicht noch eine Prüfung der Ladezeiten? Bemerken wir einen Abfall in der Zahl neuer Accounts? Maschinen-Metriken sind wichtig bei der Problembehebung, aber nicht dazu geeignet, die Zufriedenheit der User einzuschätzen.

War ja klar, dass bei einer Konferenz über Web-Performance empfohlen wird, die Ladezeiten der eigenen Homepage zu messen und zu graphen. Es gab Überlegungen, wann eine Seite wirklich geladen ist, wie die Elemente darauf mit unterschiedlicher Prioritäten behandelt und wie man mit den Messungen umgehen sollte. Diese recht wissenschaftliche Herangehensweise gibt uns eine Idee, wie wir besser auf eure Bedürfnisse eingehen können.

Es gibt uns viel darüber nachzudenken, wie alle möglichen Informationen zum Team kommen und darin ausgetauscht werden. Dashboards, Monitoring und Chat-Systeme wurden vorgestellt und bewertet. Da gibt es noch viel Potential und es war spannend für uns zu sehen, welche Erfahrungen damit andere Unternehmen machen.

Wir sollten schließlich mehr über das Nachdenken der Menschen - nachdenken. Was geht in den Köpfen der Menschen vor, wenn sie mit Systemen interagieren? Welche Irritationen, Schlussfolgerungen, Urteile fällen sie? In folgendem kurzen Beitrag über dieses Thema geht es übrigens erfreulicherweise auch um Fahrräder.

Bitte seht über das unglücklich gewählte Stillframe hinweg.

Gerne wieder

Wir sind gesättigt und voller Tatendrang wieder daheim in Düsseldorf angekommen. Nun beschäftigen uns mit den verschiedenen Ideen, die wir frisch oder noch deutlicher im Kopf haben. Tschüss Velocity, auf ein baldiges Wiedersehen!

Fotos von Mic